Wie jung ist Yoga?

Yoga

Gab es anfangs noch zahlreiche Stimmen, die die verheerenden Auswirkungen von Yoga bei Jugendlichen beschrieen haben, sind mit zunehmend positiven Erfahrungen die Unkenrufe weniger geworden – und leiser.

„Kind, was tust Du Deinen Gelenken da an!“ schreit die Urgroßmutter. Damals, als sie noch keine „Ur“ war, nur eine einfache Großmutter, hat sie immer behauptet: „Wenn Du absichtlich schielst, und jemand erschreckt Dich, dann bleiben Deine Augen so stehen!“.

Über die Sache mit den Augen wissen wir ja nun Bescheid.

Ruhe durch YogaDie sich immer weiter verbreitende Tendenz, Jugendlichen Yoga als Weg in eine ganzheitliche Lebensführung anzubieten, hat in der Tat zwei Seiten. Während Kinderyoga von den Kurzen oft noch als Spiel und Gestaltung von Pausen zwischen zwei wichtigeren Tätigkeiten empfunden wird, sind die Auswirkungen auf Jugendliche weitaus komplexer. Das kann gut sein, aber auch gefährlich.

Die körperlichen Fährnisse sind gering: Gelenke und Bänder nehmen einem pubertierenden, jungen Menschen Dinge überhaupt nicht übel, bei denen einem reiferen Semester bei der bloßen Vorstellung der Angstschweiß auf die Stirn tritt.

Was ist Yoga?

So manches wird zudem als Yoga verkauft, was eine mehr oder weniger ausgereifte Mischung aus westlicher Bewegungstherapie, Tai Chi – und eben Yoga ist.

Viele Angebote von „Teen-Yoga“ sind aus anderen, weniger offensichtlichen Gründen zwar was die körperliche Gesunderhaltung betrifft sehr zu begrüßen, weisen aber didaktische Aspekte auf, die höchst bedenklich sein können. Yoga als Video an den Kunden zu bringen ist bei Erwachsenen kein Problem. Man darf immerhin vermuten, dass die/der erwachsene Kundin/Kunde für sich die Haltungs- und Bewegungsinstruktionen vom Hintergrundgeräusch, also den Traineranweisungen zu trennen weiß.

Bei Jugendlichen ist das schwieriger. Gerade in der Phase pubertärer Beeinflussbarkeit fällt die teilweise in den Yoga-Seminaren und bei vielen Videos vorgefundene Wortwahl unangenehm auf. Gerade Teenagern wird Yoga als Gruppenerlebnis verkauft. Von der Marketingseite her mag es sinnvoll erscheinen, auch hier Gruppendruck aufzubauen – schon, damit einem die Kundschaft erhalten bleibt.

Yoga – Mental und körperlich

Innere RuheDas Wesen des Yoga ist aber die Besinnung auf sich selbst, die Erfahrung, Kraft aus dem eigenen Körper zu schöpfen um die Lebensbewältigung zu erleichtern und aus bewältigtem Leben Kraft in den Körper zurückzuleiten. Also physisch wie psychisch seinen eigenen Platz in der Welt zu finden, zu besetzen und zu halten. Als Elternteil, ganz besonders aber als Yogalehrer, muss man einfach wissen, dass dies zunächst einmal sehr „unsoziales“ Verhalten ist. Dennoch führt es aber dazu, dass aus Jugendlichen ernstzunehmende Erwachsene werden, die sich selbst auch ohne Gruppe definieren und sich und andere deshalb respektieren können.

Die leider auf den meisten Teen-Yoga Videos vorgefundenen psychologischen Inhalte unterstützen dies nicht, ganz im Gegenteil.

Als Erwachsener sollte man sich deswegen die speziell für Jugendlichen angebotenen Yoga Kurse und Videos sehr genau ansehen, bevor man die Yogis auf den Nachwuchs loslässt. Immer aber sollten die Inhalte mit den Jugendlichen besprochen werden.

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